Das wahre Glück finden - doch wo hat es sich versteckt?

Teil 5 - Bleib mir vom Leib

W?tend starre ich an die Wand im Flur. Am liebsten w?rde ich mit den F?usten gegen die Wand trommeln und dabei laut schreien. Aus R?cksicht zu den Nachbarn lasse ich das nat?rlich sein. Das Geschrei wird sowieso schon f?r Gespr?che sorgen und ich bin mir jetzt schon sicher, dass mich die Nachbarn die n?chste Zeit sehr misstrauisch anschauen werden. Schlie?lich sind sie solche Wutausbr?che von mir nicht gewohnt.
Nach dem ich f?nf Minuten mit verschr?nkten Armen im Flur gestanden habe, begebe ich mich leise seufzend ins Schlafzimmer und werfe mich aufs Bett.
Ich hoffe f?r Sven, dass er im Wohnzimmer bleibt und es nicht wagt, die Nacht neben mir im Bett verbringen zu wollen. In genau diesem Moment h?re ich, wie der Fernseher ausgeht und Sven sich dem Schlafzimmer n?hert.
"Schatz?", fragt er vorsichtig.
Keine Antwort.
"Schatz?", diesmal ein wenig energischer.
Keine Antwort.
Ich sp?re, wie er mir mit seiner kalten Hand durch die Haare streicht. Dieses beruhigende Streicheln, was man vielleicht bei einer aufgeregten Katze oder seinem schreienden Baby macht. Ich k?nnte kotzen!
"Schatz, nun sei doch nicht so!" Er setzt sich auf die Bettkante. "Ich versteh ja immer noch nicht, was mit dir los ist! Aber k?nnen wir das nicht friedlich kl?ren?"
Friedlich kl?ren. Wie langweilig. Mir ist immer noch danach, meine F?uste zu benutzen. Jetzt schreien sie aber mehr danach, sie auf seinen Oberk?rper prasseln zu lassen. Die Wand erscheint mir weniger verlockend. Mit ger?teten Wangen drehe ich mich zu ihm um, hole tief Luft und versuche dann, halbwegs normal zu ihm zu sprechen. "Nein, wir k?nnen das nicht friedlich kl?ren. Alles haben wir in der Vergangenheit friedlich gekl?rt und immer war es zu deiner Zufriedenheit. Ich habe aber auch W?nsche! Und mein erster Wunsch ist es, dass du deine verdammten H?nde von mir nimmst!"
Ruckartig zieht er sie zur?ck. "Ist ja schon gut. Was habe ich denn falsch gemacht?"
"Viel zu viel! Eigentlich alles, was man falsch machen kann! Deine ganze Art geht mir derzeit m?chtig gegen den Strich. Du willst immer nur korrekt sein, ordentlich sein... vermutlich auch todlangweilig sein. Zumindest bist du das! Der brave, stets gut gekleidete und ordentliche Jurist von nebenan! Nur leider bist du nicht nebenan, sondern hier mit mir in dieser Wohnung. Und ich bin mir sehr sicher, dass das nicht mehr lange so sein wird." Ich will aufstehen, aus dem Zimmr gehen, da sp?re ich seine Hand an meinem Arm. Scheinbar glaubt er wirklich, er k?nnte mich aufhalten.
In seinen Augenwinkeln schimmern kleine Tr?nen. Wenn er jetzt auch noch anf?ngt zu heulen, kann ich f?r nichts garantieren! Ich hasse es, wenn M?nner bei einem Streit anfangen zu heulen!
"Liebling, warum sagst du denn sowas?" Man h?rt deutlich einen weinerlichen Unterton.
"Ich sage es, weil es wahr ist! Und h?r gef?lligst auf zu heulen! Du bist doch kein kleines Kind mehr, dass bei einem etwas h?rteren Tonfall gleich heulen muss, oder? Weinst du im Gerichtssaal auch immer, wenn irgendjemand Sachen auspackt, gegen die du etwas hervorbringen musst?"
Stumm schaut er mich an. Seine haselnussbraunen Augen mustern mich vorsichtig. Da w?re es mir schon fast lieber, wenn er wieder anfangen w?rde zu weinen...

- Fortsetzung folgt -

14.11.06 22:54

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Bea / Website (21.11.06 14:45)
Kenn ich alles *gg. Sehr schön. Ich les jetzt auch immer weiter und verlinke das von meinem Roman

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