Das wahre Glück finden - doch wo hat es sich versteckt?

Teil 4 - Eine schlaflose Nacht steht bevor

Alex versucht mich noch zu ?berreden, dass ich ?ber Nacht bei ihr bleibe. Ich erkl?re ihr immer wieder, dass das zwar an sich eine ganz gute Idee ist, doch dass es mir letztlich nichts bringen wird, wenn ich mich vor der bevorstehenden Auseinandersetzung dr?cken will.
Also bedanke ich mich bei ihr f?r den sch?nen Abend, dr?cke sie ganz fest und w?nsche ihr in den n?chsten Tagen viel Spa? mit ihrem neuen Freund.
Mit einem mulmigen Gef?hl steige ich ins Auto. Es wird ein richtiges Donnerwetter geben, wenn ich nach Hause komme. Entweder wird Sven schon im Bett liegen und schlafen und so tun, als w?re nichts gewesen, oder aber er sitzt wach vor dem Fernseher und wird mir eine Predigt dar?ber halten, wie sehr er sich doch Sorgen um mich gemacht hat. Ich werfe einen Blick auf mein Handy. Angerufen hat er mich nicht. Nicht, dass er das nachher behaupten will!

Um kurz vor halb elf biege ich in unsere Stra?e ein. Seltsamerweise finde ich sofort einen recht guten Parkplatz. Vielleicht will das Schicksal, dass ich diesen Abend noch schnell hinter mich bringe.
Im Wohnzimmer brennt noch Licht. Sven ist also noch auf.
Als ich im Flur stehe und meine Jacke aufh?nge, ?berlege ich, ob ich gleich ins Wohnzimmer gehen soll um ihn anzuschreien, oder ob ich mich einfach ins Bett legen soll um zu schlafen.
Ich entscheide mich f?r das Anschreien. Erstens, weil ich ihn im Moment gerne anschreien will und zweitens, weil ich sowieso nicht einschlafen k?nnte.
Sven sitzt auf dem Sofa und schaut mit heller Begeisterung eine uralte Folge von Emergency Room. Das hat er schon immer gerne geschaut. Die ersten einhundert Folgen besitzt er sogar auf Video.
Als er mich bemerkt, verschwindet sein L?cheln aus dem Gesicht. "Laura, da bist du ja endlich! Was war denn vorhin nur los mit dir? Ich hab mir schon Sorgen um dich gemacht!"
Da war es, dieser Satz, der einfach nicht stimmen konnte. Ich hab mir schon Sorgen um dich gemacht! So ein Bl?dsinn! H?tte er sich wirklich Sorgen um mich gemacht, w?re ja sogar er wohl auf die Idee gekommen, einfach mal bei allen meinen Freundinnen anzufragen, ob ich dort vielleicht gelandet bin.
"Du fragst mich allen ernstes, was ich vorhin hatte?! Das solltest du eigentlich mitbekommen haben! Mich kotzt im Moment so ziemlich alles an, was man mit dir auch nur ansatzweise in Verbindung bringen k?nnte! Unsere Beziehung ist nicht mehr das, was sie mal war, Sven. Wei?t du eigentlich, wielange es schon her ist, als ich mich das letzte Mal dar?ber gefreut habe, als du abends nach Hause gekommen bist?"
Er schaut mich mit seinem typischen, fragenden Dackelblick an und ich m?chte am liebsten reinschlagen. Nat?rlich wei? er das nicht! Woher auch? Ich hab bisher immer so getan, als w?re alles in Ordnung.
"Du wei?t es nicht, ist mir schon klar. Wenn du willst, kann ich es dir ja sagen. Oder nein, rate doch mal!"
Er zuckt mit den Schultern. Als ein lautes Lachen aus dem Fernseher erklingt, besitzt er doch tats?chlich die Frechheit, auf den Bildschirm zu gucken. "Sieh mich gef?lligst an, wenn ich mit dir rede", br?lle ich. Er regt mich so auf. Ich f?hle mich wie eine Bombe, die kurz vor der Explosion steht. Sicherlich bin ich schon ganz rot angelaufen im Gesicht.
"Ja, ist ja gut, mein Schatz", versucht mich Sven zu beruhigen.
"Ich bin nicht dein Schatz! Und wenn du es wissen willst: Es ist bestimmt schon ?ber ein Jahr her!" W?tend drehe ich mich um, knalle die T?r zum Wohnzimmer zu und br?lle noch ein "Viel Spa? bei Emergency Room" hinterher.

- Fortsetzung folgt -

11.11.06 22:24

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


TiKaey / Website (11.11.06 23:34)
Also, normalerweise bin ich ja gegen dieses "nie was anmerken lassen und sich dann darüber aufregen", aber in diesem Fall.. nieder mit ihm! *ggg* (insider)

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