Das wahre Glück finden - doch wo hat es sich versteckt?

Teil 3 - Frauengespräche

Ich renne die drei Treppen zu ihrer Wohnung hinauf und atme erleichtert aus, als ich Alexandra angelehnt im T?rrahmen stehen sehe. "Hey, Alex!", keuche ich.
"Laura? Was machst du denn hier? Komm rein!"
Mein Blick schweift ?ber Alex, w?hrend ich nicke und an ihr vorbei in die Wohnung gehe. Irgendwie sieht sie anders aus. Besser. Ob sie einen neuen Freund hat? "Gut siehst du aus", stellte ich deswegen auch halb l?chelnd f?r sie und mich fest.
"Danke. Du siehst daf?r gerade grottenschlecht aus, sorry." Sie nimmt mir meine nasse Jacke ab, h?ngt sie an die Garderobe und geht dann zielstrebig ins Wohnzimmer. "Erz?hl, was ist passiert?"
Alex kennt mich ziemlich gut, sie wei? ganz genau, dass ich nie einfach so vorbei schauen w?rde. "Ach, irgendwie ist alles gerade total schei?e! Ich hab Stress mit Sven! Und irgendwie macht mich das auf der einen Seite traurig und auf der anderen Seite f?hlt es sich richtig gut an, verstehst du?"
Sie runzelt die Stirn. "Nein, verstehe ich nicht! Wieso f?hlt es sich auf einmal richtig gut an, wenn du dich mit Sven streitest? Ich dachte, ihr beide seid gl?cklich zusammen."
"Ja, nun, sind wir ja eigentlich auch. Wir sind schon fast zu gl?cklich... Also zumindest sollten wir das eigentlich sein. Wir haben beide einen Job, streiten uns selten, unsere Familien m?gen uns und wenn alles so weiter geht, wie es bisher l?uft, k?nnten wir in ein paar Jahren damit anfangen, s??e Kinder in die Welt zu setzen."
"Aber...?"
"Das ist doch widerlich! Sven ist mein erster Freund und mit dem soll ich nun den Rest meines Lebens verbringen? Zumal er sich immer mehr zu einem Langweiler entwickelt."
Alex runzelt die Stirn. "Inwiefern ist er jetzt zu sehr Langweiler?"
Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schie?t, verwerfe ich gleich wieder. Ich kann doch Alex unm?glich erz?hlen, dass Sven eine absolute Niete im Bett ist. "Na ja, wei?t du", stottere ich suchend nach der richtigen Beschreibung, "man kann eben nichts gescheites mit ihm unternehmen. Das einzige, wof?r ich ihn vielleicht noch begeistern k?nnte, w?re ein Besuch im Museum! Aber wer geht denn bitte mit vierundzwanzig in ein Museum und findet das noch gut? Also ich bestimmt nicht."
Sie steht auf, geht in die K?che und kommt kurze Zeit sp?ter mit einer Flasche Wein in der Hand wieder. "Was h?lst du von einem guten Schluck Wein?"
Ich mustere das Etikett. Ein Riesling. Klingt gut. "Gute Idee, schenk ein!"
Die n?chsten zwei Stunden sitzen wir beide da und trinken gen?sslich zwei Flaschen Wein leer. Ich kotze mich so richtig aus bei Alex. Erz?hle ihr beinahe alles was mich bedr?ckt und f?hle mich nach einiger Zeit richtig gut und erleichtert. Sie kann mich gut verstehen und stimmt mir in vielen Punkten zu. Mir f?llt erst jetzt so richtig auf, dass ich ihr fr?her nie viel von Sven erz?hlt habe. Er war halt mein Freund, der Rest war nicht weiter wichtig. F?r irgendwelche Fernsehabende oder nette gemeinsame Unternehmungen mit Freunden war Sven sowieso nie zu haben. Deswegen war das auch nie ein Thema gewesen und Alex kannte ihn so gut wie gar nicht.
Nach einiger Zeit stellt sich dann auch heraus, dass ich mit meiner Idee richtig lag. Alex hat seit zwei Wochen einen neuen Freund und schwebt wie auf Wolke sieben. Wenn ich nicht gerade mit dem Gedanken spielen w?rde, die Sache mit Sven ein f?r alle mal zu beenden, k?nnte ich mich sogar ein kleines bisschen mehr f?r Alex freuen. Wenn ich mich nicht t?usche, ist die Gute seit ?ber einem Jahr Single gewesen.
Um zweiundzwanzig Uhr beschlie?e ich, dass es langsam an der Zeit ist, wieder nach Hause zu fahren. Nach Hause zu Sven, was f?r ein furchtbarer Gedanke!

- Fortsetzung folgt -

7.11.06 17:55

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