Das wahre Glück finden - doch wo hat es sich versteckt?

Teil 2 - Flüchten?

Im Radio l?uft gerade Let Me Entertain You, w?hrend ich vor der Waschmaschine stehe und die dreckige W?sche nach und nach in die Trommel stopfe. Robbie Williams hat es schon immer geschafft, dass ich bei jedem Lied automatisch gute Laune habe.
Laut singend h?re ich es gar nicht, wie Sven nach Hause gekommen ist. Pl?tzlich steht er hinter mir, tippt mich kurz an der Schulter an und fragt: "Na, alles klar?"
Sofort verschwindet meine gute Laune. "Ja, nat?rlich, alles klar." Er nickt zustimmend und geht dann langsam in Richtung Wohnzimmer. "Dann ist ja alles paletti. Was gibt es zu essen?" Ich merke, wie sich meine Laune langsam dem Nullpunkt n?hert. Sven kommt und sagt na, wie geht's?, Sven nimmt hin, dass es mir gut geht, Sven will Essen haben. Jeden Tag dieselbe Leier. Mein Bauch sagt mir, dass ich den Frust jetzt nicht herunterschlucken sollte.
"Ich habe nichts zu essen gekocht."
Sofort verstummen die Schritte. Er ist stehengeblieben und fragt sich wahrscheinlich, ob er wirklich richtig geh?rt an. Ich stelle mir vor, wie er dasteht, sich im Ohr rumpult und nach dem sag-das-nochmal-Schalter sucht.
"Du hast nichts gekocht? Warum denn nicht?" In seiner Stimme spiegelt sich ganz deutlich eine gewisse Unwissenheit mit. Es ist ja nichtmal ein Wunder, dass er das alles nicht verstehen kann. Schlie?lich wei? er nichts von meinen Gedanken und meinen Zweifeln. Und au?erdem habe ich die letzten zwei Jahre, in denen wir nun schon zusammenwohnen, bisher jeden Tag ohne Gemurre gekocht. Doch heute hatte ich eben keine Lust.
"Mir fiel nichts gescheites ein. Au?erdem dachte ich mir, k?nntest du doch auch mal etwas kochen!"
Er lacht schallend. "Laura, du wei?t ganz genau, dass ich nicht kochen kann! Komm, du gehst schnell noch was im Supermarkt besorgen und ich k?mmere mich solange weiter um die W?sche." L?chelnd hockt er sich neben mich, so als h?tte er gerade die Idee des Jahrhunderts gehabt. Gerade, als ich ihm sagen will, dass ich die Idee schlecht finde, f?ngt er an, an den Schaltern der Waschmaschine rumzufummeln. "Schatz... ?hm, was muss man denn nochmal einstellen...?"
In mir brodelt es, wenn er sich jetzt nicht in Luft aufl?st, gibt es ein Donnerwetter. Er l?st sich nicht auf. "Das ist ja mal wieder typisch! Du und deine tollen Ideen! Nichtmal umsetzen kannst du sie! Wir haben diese Waschmaschine jetzt seit ?ber eineinhalb Jahren und du wei?t immer noch nicht, wie man sie richtig einstellt. Mein Gott, wie d?mlich kann man denn sein?" W?tend drehe ich die Kn?pfe an die richtige Position und schon rattert die Waschmaschine los. Sven schaut mich fassungslos an.
"Was... was hast du denn?"
Ich hasse diesen ?ngstlichen Blick von ihm. Jedesmal, wenn wir uns streiten, schaut er mich so an. Wie ein kleiner Hund den man zuvor gescholten hat, weil er ins Zimmer gemacht hat. Als k?nnte er es wirklich nicht verstehen, dass ich auch mal seine Vorschl?ge schlecht finden kann. Nein, das geht ja nicht. Weil es sind ja nunmal seine und er ist der Gott! Wie konnte ich nur so dumm sein, und mich jemals in ihn verlieben? Und dann auch noch Hals ?ber Kopf! Manchmal sollte man wirklich erst sein Gehirn einschalten und dann handeln... "Was ich habe? Schlechte Laune! Und warum? Wegen dir!" Ich stehe auf und st?rze aus dem Bad. Keine Sekunde l?nger will ich ihn sehen!
Im Hinausst?rmen greife ich nach meiner Jacke, schnappe mir meine Handtasche und laufe dann nach drau?en. Es ist bitterkalt und zudem regnet es noch.
Wieder einmal verfluche ich die Stadt Dortmund! Egal, wo man in dieser gottverdammten Stadt wohnt, es ist einem nicht m?glich, in der N?he der eigenen Wohnung zu parken. Nach dem ich drei Minuten durch den Dauerregen gelaufen bin, komme ich klitschnass an meinem Auto an. Doch wo soll ich jetzt hin? In Gedanken klappere ich alle meine Freunde ab. Meine Entscheidung f?llt auf Alexandra. Bei ihr sind meine Sorgen immer gut aufgehoben.
Es dauert circa f?nfzehn Minuten, bis ich endlich bei Alexandra ankomme. Bl?der Feierabendverkehr!
Ich dr?cke immer noch recht aufgeregt aufs Klingelschild und bete innerlich daf?r, dass sie da ist. Nach einer schier endlosen Zeit h?re ich den Surrer. Prima, sie ist also da.

- Fortsetzung folgt -

3.11.06 13:37

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen